Professorenvorträge

Eröffnungsvortrag

Donnerstag 14.09.2017

ca. 19.00 Uhr­

 

Protest! Zum Wandel sozialer Konfliktstrukturen in Deutschland

Prof. Dr. Thomas Kern | Bamberg

 

Die Proteste sozialer Bewegungen gelten in der Soziologie als zuverlässiger Indikator, wenn es darum geht, die zentralen Konfliktlinien der Gesellschaft zu bestimmen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Vortrag mit dem Wandel des sozialen Bewegungssektors in Deutschland. Die zentralen Fragen lauten: Welche Protestthemen, Trägergruppen und Konfliktformen bestimmten den gesellschaftlichen Diskurs seit Kriegsende? Wie haben sich die zentralen Konfliktlinien verändert? Gibt es bestimmte Tendenzen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

 

 

Abendvortrag

Freitag 15.09.2017

19.00 Uhr

Arenen gesellschaftlicher Synchronisation

Prof. Dr. Henning Laux | Bremen

 

Der Vortrag stellt die Grundrisse einer Soziologie der Synchronisation vor und veranschaulicht dieses Forschungsprogramm anhand ausgewählter Phänomene. Dazu gehören Alltagserscheinungen wie die Koordination der Familienplanung in Partnerschaften oder Synchronisationstechnologien in digitalen Öffentlichkeiten genauso wie die Ereignisse auf der Pariser Weltklimakonferenz.

 

 

Mittagsvortrag

Samstag 16.09.2017

13.30 Uhr

 Das Regime der Konkurrenz: Gesellschaftliche Ökonomisierungsdynamiken heute

Prof. Dr. Uwe Schimank | Bremen

 

Eine der spürbarsten und folgenreichsten gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist ein zunehmender Ökonomisierungsdruck in allen gesellschaftlichen Sphären. Dessen Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen wird auf der Grundlage einer Betrachtung der modernen Gesellschaft als einer funktional differenzierten kapitalistischen Ordnung nachgegangen.

 

 

Abschlussvortrag

Sonntag 17.09.2017

12.00 Uhr

Paradoxien sozialer Bewegungen: Gegenwärtige Sklaverei, Neoabolitionismus und die Fallstricke emanzipatorischer Politik

Prof. Dr. David Strecker | Chemnitz

Lange Zeit galt Sklaverei als überwunden. Doch in den vergangenen 20 Jahren hat sich zunehmend die Auffassung durchgesetzt, dass die Sklaverei seit ihrer Illegalisierung im Verborgenen weiterhin existiert. Einigen Angaben zufolge leben heute sogar mehr Menschen in Sklaverei als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Deswegen brauche es heute einen neuen Abolitionismus, eine neue Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Orientiert am Wert der Freiheit aller Menschen, laufen neoabolitionistische Initiativen gleichwohl z.B. in geschlechterpolitischer und geopolitischer Hinsicht Gefahr, Unfreiheiten zu verstärken. Am Neoabolitionsmus lassen sich somit Paradoxien sozialer Bewegungen studieren.